Immer mehr, vor allem moderne Bürogebäude werden mit Raumlufttechnischen Anlagen (RLTA) ausgerüstet, um ein angenehmes und gesundes Klima zu schaffen.

Nicht weiter zu erklären ist demnach, dass von diesen Anlagen keine Gesundheitsgefährdungen, Störungen der Befindlichkeit, der thermischen Behaglichkeit oder Geruchsbelästigungen ausgehen sollten.

Um einen einwandfreien Zustand nach aktuellem Stand der Technik sicherzustellen, regelt der VDI 6022 die hygienischen Anforderungen an RLTA.

Anforderungen an RLTA:

-          Die physikalischen Bedingungen der Raumluft sollten im Behaglichkeitsbereich von 22°C und einer relativen Luftfeuchte von 30-65 % liegen.

-          Organische und anorganische Belastungen müssen vermieden werden

-          Außenluftbelastung gilt als Orientierung für Bakterien, Schimmelpilze, Stäube und sonstige Belastungen.

Durchführung:

Zu den regelmäßigen Wartungen mit technischer Funktionskontrolle sind nach der VDI 6022 Hygieneinspektionen durchzuführen:

à Bei Anlagen mit Luftbefeuchtung im Abstand von 2 Jahren

à Bei Anlagen ohne Luftbefeuchtung im Abstand von 3 Jahren

Ausgeführt werden die Inspektionen durch Fachpersonal und umfassen die Begehung der Klimazentrale, der von ihr versorgten Räume, sowie die Messung physikalischen Parameter und der Keimzahl in der Raumluft (bzw. anhand von Abklatschproben von Filtern, Befeuchtern, Wärmetauschern und anderen Oberflächen.

Da besonderes Augenmerk auf der Verkeimungsgefahr der Befeuchtungseinrichtung liegt, soll alle zwei Wochen der Gesamtkeimgehalt des Befeuchterwassers bestimmt werden.

Zusätzlich wird das Befeuchterwasser im Rahmen der zweijährigen Inspektion auf Legionellen untersucht.

Des Weiteren ist seit Januar 2015 die neue VDI 2047-2 „Rückkühlwerke; Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen" als Weißdruck verfügbar und eine Verordnung für Verdunstungskühlanlagen laut Bundes-Immissionsschutzgesetz ist in Planung.

Betreiber einer Verdunstungskühlanlage hat den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene gemäß §4 des Arbeitsschutzgesetzes wahrzunehmen und zu erfüllen.

Beim möglichen Auftreten von Legionellen, Pseudomonaden oder z. B. Schimmelpilzen schreibt VDI 2047-2 vor auch die Anforderungen der Biostoffverordnung (BioStoffV) sowie bei der Verwendung von Gefahrstoffen die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) zu berücksichtigen.
Grenzwerte für Legionellen und Pseudomonaden orientieren sich entsprechend VDI 2047-2 am Trinkwasser.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen.
In einer Betriebsanweisung müssen die Schutz- und Hygienemaßnahmen beschrieben sein.

Unsere Empfehlungen für Sie:

Konsequente Hygieneüberwachung des Kühlwassers durch geschulte Probenehmer:

-       Wenigstens monatliche Kontrolle der Gesamtkoloniezahl

-       Wenigstens vierteljährliche Kontrolle der Mikrobiologie, wie Legionellen.

-       Die Wirksamkeit der eingesetzten Wirkstoffe gegen Legionellen muss nachgewiesen sein!

Konsequentes Kühlwassercontrolling:

-       Dauerhafte Überwachung und Protokollierung der Kühlwasserqualität durch MSR Technik

-       Wenigstens monatliche Kontrolle der folgenden Parameter gefordert:

  • pH-Wert, Gesamthärte, Chlorid, Sulfate und Konditionierungsmitte.
  • Weitere anlagenspezifischen Messungen sind außerdem regelmäßig notwendig und MÜSSEN dokumentiert werden!

 

Haben Sie Fragen dazu? Wenden Sie sich gerne an uns. Wir beraten Sie gerne.